pendelei I

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ja, ich gehöre zu den scharen berufspendlern dieses landes, denn ich wohne in einem äußerst strukturschwachem gebiet. das ist vielleicht falsch ausgedrückt. ich erkläre es genauer: das gymnasium meiner kleinstadt hat keinerlei konkurrenz in einem radius von mindestens 30km. mein abijahrgang bestand aus 60 personen. etwa 40 sind zum studium geflüchtet. genau 0 haben nach dem studium hier einen job gefunden. ich weiß aber auch nicht, wie viele es überhaupt versucht haben…aber das ist ein anderes thema.

jedenfalls fahre ich täglich 68km, um zur arbeit zu gelangen, und genau so viel fahre ich auch wieder zurück. wahrscheinlich ist es sogar noch mehr, denn ich pendle mit öffentlichen verkehrsmitteln. dabei erlebt man sachen, die sind unglaublich. dies sind sie für menschen, die nicht bahnfahren. bahnfahrer, das sind die ganz harten. ich finde, sowas müsste den ultimativen pluspunkt in jeder bewerbung ausmachen: ich fahre täglich bahn, hier haben sie den beweis, dass ich alles bravourös meistern kann!

auch beim bahnpendeln gibt es kompetenzstufen. als wochenendpendler bekommt man zwar schon einiges mit und kennt den fahrplan und die ansagen auswendig, aber nur die tagespendler kennen die kontrolleure persönlich. die höchste aussagekraft hat jedoch die anzahl der umsteigepunkte. ich fahre regionalbahn-regionalbahn-straßenbahn bzw. umgekehrt. früher fuhr ich auch schon in einen anderen ort: regionalbahn-regionalbahn-s-bahn-u-bahn. mit jeder umsteigeverbindung steigt das risiko, wegen verspätungen hängen zu bleiben: und das kostet im regionalverkehr eine ganze stunde. manchmal hat man glück und der nächste zug wartet noch. der schönste moment ist der, wenn man die stündliche anschlussverbindung gerade abfahren sieht…

die steigerung davon ist die baustelle. hurra, schienenersatzverkehr! unter kennern sev, hat sogar ein eigenes maskottchen:

der maulwurf des sev

dazu gibt es auch lob: 

wird man von einer solchen maßnahme erwischt und kann sie nicht irgendwie mit urlaub, anderen zügen oder sonstigem umgehen, verlängt sich die reisedauer je richtung um eine stunde. man sitzt dann statt 2 stunden täglich 4 in öffentlichen verkehrsmitteln. wenn man nicht das pech hat, an einem dorfbahnhof außerhalb des eigentlichen dorfes 45 minuten auf einen anschluss zu warten, ohne schutzraum vor wind und wetter, toiletten, sitzgelegenheiten oder gar einer einkaufsmöglichkeit. die guten nachrichten: bei der bahn ist immer baubedarf, das geld aber nicht immer da. und meistens klappt es auch mit der information, bevor man am provinzbahnhof sitzt.

bei den unvorhergesehenen zwischenfällen stellt sich heraus, wer nerven aus stahl hat. z.b. bei personenschäden, schnee, hitze, überschwemmung, eis, wind oder unbeabsichtigten kabeldurchtrennungen muss nämlich erst einmal ein sev-bus samt fahrer organisiert werden. ist das geschafft, müssen die gestrandeten bahnfahrer im nirgendwo eingesammelt werden. das verlängert die reisezeit dann auch schon mal um die 2 stunden. je nach anzahl der folgenden umsteigeverbindungen ist da aber auch ganz viel luft nach oben.

bitte beachten sie: … wir bitten um ihr verständnis!

aber es gibt ja noch so viel mehr zu dem thema zu sagen! beim nächsten mal gibt es ein loblied: warum ich trotzdem bahnfahre. und dann kommt noch ein anderer aspekt im öffentlichen nahverkehr: die mitfahrer.

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